Bikepacking Setup – Apidura Backcountry Saddle Pack im Test

Mitte 2018 habe ich mich auf eine Alpenüberquerung mit dem Rennrad begeben. Hierfür nahm ich mein komplettes Gepäck für 5 Nächte mit, das auf dem Rennrad verstaut werden wollte (Siehe dazu auch meine Artikel zur Transalp Vorbereitung und Route). Ich brauchte also für mein Bikepacking Setup Taschen, die möglichst leicht sind und sich wunderbar an das Rennrad schmiegen. Gleichzeitig mussten es robuste Radtaschen sein, denn fehlende Halterungen wie ein Gepäckträger führen zu wenigen Befestigungsmöglichkeiten am Roadbike.

Bei meiner Recherche wurde ich auf Apidura aufmerksam, einem Bikepacking Spezialisten aus England, der sich auf ultraleichte und robuste Taschen für das Fahrrad spezialisiert hat. Thorsten Frank erwähnte in seinem klasse Fahrradblog ein Produkt aus der Apidura Bikepacking Serie, das mich aufhorchen ließ. Ich musste zunächst lange nach einem Anbieter in Deutschland suchen, wurde dann aber beim follow-me Store in Lörrach fündig.

Bikepacking setup Transalp 2018
Bikepacking setup Transalp 2018

Als Taschenform interessierte mich vor allem eine größere windschnittige Satteltasche

Neben unterschiedlichen Taschenvarianten interessierte mich vor allem das Saddle Pack, eine Tasche die sich unterhalb des Sattels an der Sattelstütze befestigen läßt. Mit solch einer Tasche war es mir möglich, windschnittig zu bleiben und gleichzeitig auf einen Rucksack zu verzichten. Thorsten berichtete von Stabilitätsproblemen bei seinem Ortlieb Saddle-Pack, daher war mir von Beginn an wichtig, dass es eine absolut robuste Umsetzung dieser Tasche sein muss. Ich kann auf dem Rennrad bei hohem Tempo weder Schwingungen der Tasche gebrauchen (man bedenke dass sie NUR an der Sattelstütze befestigt ist), noch ein Durchknicken der Tasche bei voller Ladung.

Apidura verspricht mit der Backcountry Saddle Pack das passende Produkt

Hier versprach Apidura Abhilfe: Vierlagiges Dimension Polyant VX21 Laminat, das absolut wasserdicht ist und unglaublich leicht zugleich. Zudem abriebfest, was ansonsten fatal wäre, würde die Tasche tatsächlich einmal auf den rollenden Reifen einknicken. Hypalon Verstärkungen befinden sich zudem an den exponierten Bereichen. Ich konnte zunächst damit nichts anfangen, war dann aber durch weitere Recherchen positiv angetan. Hypalon ist ein hochwertiger, extrem widerstandsfähiger elastischer Kunststoff (Elastomer). Weil er UV-, temperatur- und alterungsbeständig ist, eignet er sich sehr gut für den Einsatz im freien, u.a. eben auf einer Satteltasche.

Apidura Backcountry Saddle Pack 14l
Apidura Backcountry Saddle Pack 14l

Mit gerade einmal 360g ist die Tasche ein echtes Leichtgewicht. Ich war jedoch ein wenig misstrauisch, was die 14l Packvolumen anging. So sah die Tasche auf den Bildern gar nicht aus, dennoch entschied ich mich für diese mittlere Größe in der Serie von 11l – 17l Varianten. Vor allem auch deshalb, weil ich zusätzlich noch ein Frame Pack einsetzte, über das ich in kürze ebenfalls berichten werde.

Mein erster Eindruck zur Apidura Backcountry Saddle Pack 14l

Follow-me aus Lörrach lieferte prompt und ordentlich verpackt, was mich schon einmal sehr freute. Ich hätte zwar auch bei Apidura direkt bestellen können, wäre dann aber in England gelandet. Ein deutscher Store, noch dazu ein Bike-Profi, war mir dann doch lieber.

Ausgepackt überraschte mich zunächst die Größe. Ich wollte die Tasche in seiner ganzen Fülle sehen und steckte eine Gartendecke hinein. Zunächst rechnete ich damit, dass sie hinten heraushängt, aber tatsächlich verschwand sie komplett in der Tasche. Eine weitere Decke musste her und auch diese ging nahezu komplett hinein. Ich weiß, dass dies keine qualifizierte Messung ist, soll aber meine positive Überraschung zeigen. 🙂

Ich musste mich zunächst kurz in der mitgelieferten und bebilderten Anleitung im IKEA Style vergewissern, dass ich sie richtig unterhalb des Sattels anbrachte, der Klettverschluss und die beiden Klickverschlüsse waren dann jedoch schnell eingespeichert. Während die Klickverschlüsse die Tasche zunächst direkt an der Sattelstütze unterhalb des Sattels halten, stützt der Klettverschluss die gesamte Konstruktion und gibt Halt. Die Klettverschlüsse sind großflächig ausgelegt und unglaublich stark, ein positiver Aspekt der Halterung. Ebenso klasse fand ich, dass sich das Saddle Pack aufgrund der stabilen Formfestigkeit im unteren Teil sowohl leer als auch befüllt leicht anbringen läßt. Es spielte auf der fünftägigen Tour durch die Alpen keine Rolle, ob ich die Tasche erst am Rad befüllte oder direkt voll beladen am Rad anbringe.

Apidura Backcountry Saddle Pack 14l
Wirkt windschnittig und elegant: Apidura Backcountry Saddle Pack 14l

Im Vorfeld musste ich mich allerdings vergewissern, wie es mit der Wasserdurchlässigkeit ausschaut. Da ich das Rad ohnehin waschen musste, bekam die Tasche eine Dusche gleich mitgeliefert. Selbst nach langer Staunässe auf dem Außenmaterial blieb der Innenbereich der Tasche absolut trocken. Ich habe zwar nicht vor, durch den Regen zu fahren, aber Spritzwasser wird immer ein Thema sein. Hier brauche ich mir mit der Tasche tatsächlich keine Sorgen machen. Zumal sie wie ein wasserdichter Beutel verschlossen wird (mehrfaches umlegen des Taschenendes und anschließendes Ein-Clipsen der Bänder an den beiden Enden).

Die Nähte sind nur an wenigen Stellen zu sehen. Ein Großteil der Tasche ist ohne sichtbare Nähte oder Fugen miteinander verklebt. Durch die vorgegebene, feste Form der Tasche kann es auch nicht passieren, dass sie falsch bepackt wird und am Ende ein Ei ergibt. Lediglich wenn sie zu leer ist, könnte sie am Ende einknicken, wo das Material wesentlich elastischer wird. Aber dem kann man entgegen wirken indem die Tasche am Ende gut gerollt und zu einer festen Gesamteinheit zusammengepresst wird. Auch ein Grund, warum ich mich gegen eine zu große Tasche entschieden habe und das mittlere Produkt mit 14l Volumen wählte.
Sind die 14l dennoch zu klein, kann auf einem Kordelzug weiteres Equipment befestigt werden. Inwiefern das auf die Stabilität der Tasche geht, kann ich nicht sagen da ich die Kordelzüge nicht brauchte. Ich würde ohnehin davon abraten, die Tasche zu überladen, allenfalls eine Jacke ö.ä. könnte ich mir hier vorstellen.

Unterwegs fielen mir viele nette Kleinigkeiten auf, an die Apidura scheinbar gedacht hat. Die Tasche reflektiert im Licht, was für eine zusätzliche Erkennbarkeit im Straßenverkehr sorgt. Sie wirkt zudem gut als Spritzschutz für den Rücken, was weniger etwas mit Apidura, vielmehr mit der Bauart der Tasche zu tun hat.

Der Preis von gut 110€ ist stolz für eine Fahrradtasche. Zumal es nicht bei einer bleiben kann, zumindest erging es mir so, eine Frame Pack Tasche war ebenfalls notwendig (die im Preis allerdings deutlich günstiger sind).

Mein Fazit – Kaufempfehlung!

Dennoch bin ich unterm Strich sehr zufrieden. Mein Eindruck ist, dass es sich bei der Apidura Backcountry Saddle Pack um ein qualitativ hochwertiges und langlebiges Produkt handelt. Abnutzungen konnte ich nach dieser ersten großen Tour durch die Alpen keine erkennen, aber das wäre bei jeder Tasche fatal gewesen. Die Tasche sieht zudem sehr schick aus und schmiegt sich wunderbar an das Rennrad. Vor allem der große Stauraum hat mich überzeugt, den ich unter dem Sattel anbringen kann. Ich werde gerne weiter berichten und diesen Artikel aktualisieren, sollte sich an meiner bisherigen, überzeugten Meinung etwas ändern. Derzeit kann ich die sowohl die Bauart generell als auch die Tasche selbst nur wärmstens empfehlen.

Bikepacking Setup Transalp 2018
Bikepacking Setup Transalp 2018

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