Unterschied zwischen einem Rennrad, Gravel Bike und einem Cyclocross

Was soll ich sagen… als ich mir ein Cyclocross gekauft hatte, war ich stolz zu verstehen, wo der Unterschied zwischen einem Rennrad und einem Crossbike ist. Und jedem, dem ich erklärte, warum ich  mich für ein Cyclocross entschieden habe, konnte dies nachvollziehen. Bis… ja bis auf einem der Begriff Gravel-Bike daher kam. Was um alles in der Welt sind denn nun schon wieder Gravel-Bikes? Und wie ordnen sie sich ein? Ich versuche damit aufzuräumen…

Sind Gravel Bikes ein Marketing Gag?

Gravel-Bikes sind wie Cross-Bikes zunächst einmal Rennräder. Sie haben jedoch breitere Reifen, die eine hohe Geschwindigkeit auf Wald- und Wiesenwegen zulassen. Ach ja – und nicht zuletzt auf Schotter, wie der Name eben schon sagt. Gravel Bikes kommen aus den USA, einem Land mit unzähligen Wegstrecken, aber eben auch genauso vielen unbefestigen Straßen. Da liegt es nahe, dass das Rennrad nicht immer Herr der Lage ist, wenn man die Übrelandstraßen nutzt.

Damit gibst du nicht nicht zufrieden? Verständlich! Denn ein Crossbike macht ja im Grunde das gleiche. Die breitere Achse zu einem Rennrad und die höhere Stabilität führt auch hier dazu, dass du Wald- und Wiesenwege benutzen kannst. Das höhere Tretlager macht das Crossbike zudem zu einem sicheren Fahren auf unebenem Gelände. Beide Arten – das Gravel Bike und das Cyclocross verzichten also auf höchste Geschwidnigkeit und setzen auf Mehrzweckmäßigkeit. Also nur ein Marketing Gag? Mitnichten!

Die Gravel Bikes eignen sich ebenso wie das Cyclocross auf Schotterwegen (belassen wir es einmal hierbei), dennoch verzichten sie aber auf den „Rennfahrer-Stil“, also die sportliche Sitzposition wie beim klassischen Rennrad oder Crossbike. Das Crossbike muss sich bei Rennen dazu eignen, wendig zu bleiben, geschultert zu werden oder steile, rutschige Abhänge hinunter zu kommen. Beim Gravel-Bike hingegen kommt es auf mehr Komfort an. Du sitzt angenehmer auf diesem Rad, rollst stabiler und bist auf langen Distanzen wesentlich ruhiger unterwegs (Rückenschonend!)

Enie Schotterpiste die ideal für ein Gravel Bike ist (Photo by SolaGratia / pixabay.com)
Enie Schotterpiste die ideal für ein Gravel Bike ist (Photo by SolaGratia / pixabay.com)

Wie sieht das ganze technisch aus?

Während du auf einem Crossbike noch 23, 25 oder sogar 28mm Bereifung fährst und jeden Stein eines Schotters einzeln beim Namen nennen kannst, bietet dir das Gravelbike bis zu 42mm breite Reifen an. Diese kannst du mit weniger Reifendruck fahren, was dein Hintern und dein Rücken dir danken wird. Wohl gemerkt: Wir befinden uns noch immer auf einem Rennrad. Dennoch einem gemütlicheren Fahren als wir es vom klassischen Bike her kennen.

Der Grund für die optionalen Gravel- und Crossbikes liegt vor allem in der zum Einsatz kommenden Scheibenbremse. Die hat es erst möglich gemacht, dass breitere Reifen aufgezogen werden können.

Du hast also die Qual der Wahl. Wenn du voll auf Geschwindigkeit und minimales Gewicht aus bist, bleibe beim Rennrad. Mehr noch: Das Rennrad wird wieder das, was es einmal war. Büße Geschwindigkeit durch Stabilität und optional breitere Reifen (Auch mit Profil!) ein und du befindest dich auf einem Cyclocross. Verzichte auf die klassische Rennfahrer Sitzposition, trete etwas härter in die Pedale, aber fahre dafür auf Abkürzungen durch Wald und Wiese über Stock und Stein… und ein Gravel Bike wirst du dein Eigen nennen. 🙂

Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Bereifung

Ein wichtiges und nicht zu unterschätzendes Detail stellt also vor allem der Reifen dar. Bei Aero-Rennrädern, Racerennrädern oder Tourenrennern sind Reifen vorgesehen, die zwischen 23 und 28 Millimeter breit sind. Bei Gravelbikes sind diese Slicks bereits zwischen 30 und 50 Millimeter breit, haben dazu noch kleine Pneus die ein Profil erkennen lassen (keine glatte Oberfläche des Gummis). Cyclocross Rennräder hingegen haben um die 33mm breite Reifen und bereits gutes Profil.

Was heißt das? Im Grunde bedeutet das, dass bereits ein „günstiger Wechsel“ des Reifens den Charakter des Bikes ordentlich beeinflusst. Dies funktioniert natürlich nur, solange der Wechsel auch möglich ist. Breite Gabel und Schreibenbremse vorausgesetzt (zumindest bei dem Wechsel von „schnell“ auf „langsam“)

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